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Heute Krank

Ratgeber

Krankschreibung vom Privatarzt als gesetzlich Versicherter

Kurz gesagt: Ja, das geht, und die Bescheinigung gilt. Hier steht, was das Gesetz verlangt, warum sie nicht im eAU-Abruf auftaucht und welche Kosten auf Sie zukommen.

Stand:

Darf ich als Kassenpatient überhaupt zum Privatarzt?

Ja, jederzeit. Gesetzlich Versicherte dürfen privatärztliche Leistungen als Selbstzahler in Anspruch nehmen; die Mitgliedschaft in der Krankenkasse steht dem nicht entgegen. Sie schließen dafür einen Behandlungsvertrag direkt mit dem Arzt und erhalten eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Relevant wird das immer dann, wenn es schnell gehen muss: kein Termin beim Hausarzt, Wochenende, oder schlicht keine Kraft fürs Wartezimmer.

Gilt die privatärztliche Krankschreibung bei meinem Arbeitgeber?

Ja. § 5 Absatz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz verlangt eine ärztliche Bescheinigung und unterscheidet nicht danach, ob sie von einem Vertrags- oder Privatarzt stammt. Auch der Kanal spielt keine Rolle, solange ein echter Arztkontakt stattgefunden hat: Das Arbeitsgericht Erfurt hat einer privatärztlichen Video-Krankschreibung den vollen Beweiswert zugesprochen (Urteil vom 19.07.2023, Az. 4 Ca 32/23).

Vorsicht ist nur bei Fragebogen-Angeboten ohne Gespräch geboten: Das Landesarbeitsgericht Hamm hat die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers bestätigt, der eine allein per Online-Fragebogen ausgestellte Bescheinigung eingereicht hatte (Urteil vom 05.09.2025, Az. 14 SLa 145/25).

Warum findet mein Arbeitgeber die Krankschreibung nicht im eAU-System?

Weil der elektronische Weg nur in der vertragsärztlichen Versorgung existiert. Vertragsärzte melden die Arbeitsunfähigkeit an die Krankenkasse, der Arbeitgeber ruft sie dort elektronisch ab. Privatärzte sind an dieses System nicht angeschlossen.

Von einem Privatarzt erhalten Sie die Bescheinigung deshalb als Dokument, hier als PDF, und reichen sie selbst bei Ihrem Arbeitgeber ein. Dass sie im eAU-Abruf nicht auftaucht, macht sie nicht ungültig; weisen Sie im Zweifel schlicht darauf hin, dass es sich um eine privatärztliche Bescheinigung handelt.

Ein Sonderfall ist das Krankengeld nach Ende der Entgeltfortzahlung: Dafür braucht die Krankenkasse selbst eine Meldung der Arbeitsunfähigkeit. Eine privatärztliche Bescheinigung reichen Sie dort eigenständig ein; bei absehbar längerer Erkrankung ist ohnehin die persönliche Untersuchung in einer Praxis der richtige Weg.

Warum die Bescheinigung nicht im eAU-Abruf auftaucht - und warum das kein Mangel ist →

Was kostet das und zahlt meine Krankenkasse mit?

Die Konsultation kostet in der Regel 49,99 € und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet. Die gesetzliche Krankenkasse erstattet privatärztliche Selbstzahlerleistungen nicht; die Kosten tragen Sie selbst.

Dafür entfallen Wartezimmer und App-Zwang: Sie wählen online einen Termin, sprechen per Video mit einem in Deutschland approbierten Arzt, und wenn eine Arbeitsunfähigkeit ärztlich vertretbar ist, erhalten Sie die Bescheinigung als PDF; die Dauer legt der Arzt individuell im Gespräch fest.

Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.